Unsere Meinung zum s.g. "Bioenergiezentrum"
Seit den ersten genaueren Informationen aus der Presse und dem Planungs- und Umweltausschuss, das auf der ehemaligen NATO-Brache in Xanten ein Bioenergiezentrum gebaut werden soll, sind die Naturschutzverbände aus nachfolgenden Gründen gegen dieses Projekt:
Die Überplanung der Fläche steht im Wiederspruch zum bestehendem Landschaftsplan. In diesem wird gefordert, die Wiederherstellung einer in ihrem Wirkungsgefüge, ihrem Erscheinungsbild oder ihrer Oberflächenstruktur geschädigten oder stark vernachlässigten Landschaft (naturnaher Zurückbau) (Originaltext aus dem Landschaftsplan Sonsbeck/Xanten des Kreises Wesels)
In unmittelbarer Nähe befinden sich Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete und Wasserschutzzonen.
Die geplanten Anlagen sind keine bäuerliche Biogasanlage sondern mehrere große Fabriken
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und 4 Biogasanlagen a' 500 KVA elektrischer Leistung
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Einer Seefischzuchtanlage mit einer Hallenfläche von etwa 5000 m2 und 20 Mil. m3 Salzwasser ( ist erstmals zurückgestellt)
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einer Anlage zur Vergasung und Verbrennung von Holzabfällen ( ist erstmals zurückgestellt)
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einer Fabrik zur Pelletherstellung ( ist erstmals zurückgestellt)
Für die vier Biogasanlagen werden cirka. 1200 ha Mais pro Jahr notwendig. Da ein Transport über mehr als 15 km nicht wirtschaftlich ist muss der Mais in Xanten und Umgebung angebaut werden. Jetzt schon sind 30% der Ackerflächen mit Mais bestellt. Dann haben wir in Xanten nur noch ein Maislabyrinth. Von der schönen Landschaft ist dann nur noch im Winter etwas zu sehen.

Mais rechts und Mais links der Strasse. Selbst mit einem
hochstehendem Auto kann man nicht mehr die Landschaft sehen

Die Aufnahmen sind beide leider schon aus Xanten
Die Entwicklung des Maisanbaus in Deutschland ist erschreckend. Hier erkennt man, dass die gesetzliche Förderung nachwachsender Rohstoffe und besonders der Maisanbau für Biogasanlagen unmittelbar zusammenhängen. Während im Jahr 2005 noch 70.000 Hektar Mais für Biogasanlagen angebaut wurde, sind es im Jahr 2011 fast 1000.000 Hektar!
Durch die dichte Besiedelung in Deutschland ergibt sich eine grosse Konkurrenz um die Flächen zwischen Siedlung, Infrastruktur, Naturschutz, Erholung und Nahrungsmittelproduktion. Dieser Maisanbau für Biogasanlagen beansprucht über Nacht ca. 2 Millionen Hektar Agrarfläche.
Die schlimmen Folgen sind:
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Artenreiches Grünland wird häufiger gemäht oder zu Ackerland umgebrochen
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Brachen gehen verloren
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Die wechselnde Fruchtfolge wird durch Monokulturen ersetzt
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Die Landwirte steigen aus Förderprogrammen des Naturschutzes aus
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Der Maisanbau dominiert negativ die Ackerkultur
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Die klassische Ackervielfalt geht verloren
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Durch Maismonokulturen wird die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren ärmlicher
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Es müssen mehr Pestizide eingesetzt werden
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Im Jahr 2005 wurden in Deutschland noch 70.000 Hektar Mais für Biogasanlagen angebaut
In diesem Jahr sind es 1.000.000 Hektar !!!!!!
Darum gehört diese sogenannte "Biogasanlage" nicht in diese aueähnliche Landschaft sondern in ein Gewerbegebiet! Denn funktionierende Biotopverbunde werden durch diese Planung sehr stark bedroht. Selbst die geplanten Ausgleichsflächen für das Schwarzkehlchen oder der Wachturm für die Fledermäuse sind aus unserer Sicht leider nur Alibifunktionen. Die Fledermäuse und der Steinkauz sind schon verschwunden. Wann folgt das Schwarzkehlchen?
Ohne Genehmigungen wurden auf dem NATO-Gelände in der Vergangenheit von den Betreibern folgende Arbeiten durchgeführt:
Herstellung von Hackschnitzel im großen Stiel (eine große Raketenhalle voll)
Abbruch der alten Hallen ohne Abbruchgenehmigung
Errichtung und Betrieb einer LKW-Waage ohne Genehmigung
Abholzung von alten Bäumen im Naturschutzgebiet
Erst nach Protesten aus der Bevölkerung und uns wurden die Genehmigungen nachträglich eingeholt.
Wir haben große Bedenken, das in diesen Fabriken schon Alles wirklich geregelt ist. Bei uns sind noch viele Fragen offen z. Beispiel:
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Wie werden die großen Mengen an Oberflächenwasser wieder versickert?
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Wie soll die überflüssige Abwärme von der Anlage nach Xanten kommen?
Wir sind der Meinung: Geben Sie dieses Areal der Natur zurück so wie es der Landschaftsplan vorgibt!
Nachdem wir den Betreibern die Unsinnigkeit der Meerwasserfischzucht nachgewiesen haben ist diese vorerst von den Betreibern zurückgestellt aber nicht verworfen.
Nun taucht wieder ein neues Konzept auf. Diesmal kann man sich die Abwärme am Tor abholen oder über eine noch nicht gegründete Genossenschaft beziehen. Da zwischen NATO-Brache und der Stadt ein Naturschutzgebiet ist müsste die Fernwärmeleitung einen großen Umweg von mehreren Kilometern über die Gelderner Strasse machen. Wie ist es mit der Besicherung der Fernwärme? Wird dann im Industriegebiet noch zusätzlich ein Blockkraftwerk benötigt um die Fernwärme abzusichern? Aus unserer Sicht ist auch dieses neue Konzept wieder nicht schlüssig und unwirtschaftlich.
Besser wäre die Anlage im Industriegebiet angesiedelt, wie wir es seit Jahren vorschlagen. Hier hätte man den Vorteil, ohne lange Fernwärmeleitungen, die Wärme direkt vor Ort erzeugen und vermarkten zu können. Die NATO-Brache könnte dann weiter ein unberührtes Naturareal bleiben wie es der noch gültige Landschaftsplan vorsieht.
NABU-Gruppe Xanten
Gerd Böllerschen
Service
wieder über 1000 Einwände
Der
Bürgermeister gab bekannt,
Die
Einwendungen zum vorhabensbezogenem Bebauungsplan Nr.14 wer
Die Bürger dieser Stadt wollen keine Biogasanlage draußen in der Natur
.
Treffen BEFX
Das
Bündnis gegen die "Energie" - Fabrik Xanten (BEFX)
trifft sich am Montag, den 13.02.2012 um 19:00 im BistroX, Markt
22, Xanten (im Obergeschoss)! Das BEFX diskutiert unter dem
Motto "Wieder 1000 Widersprüche gegen das
Bioenergiezentrum - Bürgerwillen umsetzen!" Anlass ist die
Absicht der Stadt Xanten, den Bebauungsplan
"Bioenergiezentrum" am 29.02.2012
durch den Rat endgültig beschließen zu lassen. Das BEFX
informiert dabei über den Stand der Planung und Möglichkeiten
des Widerstandes gegen die Umsetzung des Vorhabens.
Interessierte sind herzlich eingeladen.
frei
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